35 Jahre Deutsche Einheit: Erster Ostfrauen*Salon in Wandlitz

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Quelle: Veranstalter

Am 30. Oktober 2025 öffnet Wandlitz erstmals seine Türen für den Ostfrauen*Salon, ein bundesweites Netzwerk- und Austauschformat für ostdeutsch sozialisierte Frauen, das derzeit stark wächst. Passend zum 35. Jubiläum der Deutschen Einheit ist es ein besonderer Moment, das Salon-Format auch in der brandenburgischen Gemeinde zu verankern, die in der Geschichte von Einheit und Transformation einen besonderen Klang hat.

Der Ostfrauen*Salon ist ein zivilgesellschaftliches Projekt, das 2024 von Isa Grütering initiiert wurde. Als ostsozialisierte Frau kennt sie aus eigener Erfahrung die Leerstellen in der gesamtdeutschen Erinnerungskultur und die mangelnde Sichtbarkeit ostdeutscher Biografien,  insbesondere weiblicher. Aus dem Wunsch heraus, Frauen mit ostdeutscher Sozialisation Raum für Austausch, Anerkennung und nachhaltige Vernetzung zu geben, entstand ein dialogisches Begegnungsformat mit klarer Struktur. Frauen erzählen einander ihre Lebensgeschichten und hören zu. Jede Veranstaltung folgt einem festgelegten Ablauf, der offene, geschützte Gespräche mit bis zu 20 Teilnehmerinnen ermöglicht.

Ziel ist es, die gemeinsame Aufarbeitung von DDR- und Nachwendezeit, das Erkennen und Benennen struktureller Diskriminierung sowie die Schaffung eines tragfähigen Netzwerks, das ostdeutschen Frauen Orientierung, Unterstützung und politische Teilhabe ermöglicht. Der Bedarf ist groß: In Ostdeutschland sind Frauen seit jeher gut ausgebildet, berufs- und führungsorientiert. Studien zeigen, dass Frauen in Deutschland, wenn sie Führungspositionen erreichen, überproportional oft aus dem Osten stammen. Gleichzeitig liegt der Anteil Ostdeutscher in bundesweiten Führungspositionen bei nur etwa 1,7 Prozent. Einkommen, Erbschaften und Zugang zu Kapital sind ungleich verteilt. Hier setzt der Ostfrauen*Salon an, er schafft Raum für Anerkennung, kollektives Erinnern und Zukunftsgestaltung.

Seit seiner Gründung hat der Salon große Resonanz erfahren: Über 200 Frauen sind inzwischen Teil des Netzwerks. In den vergangenen Monaten fanden Treffen bereits in Berlin, Leipzig, Erfurt, Neustrelitz, Frankfurt (Oder) und sogar in Kassel statt. Nun also Wandlitz, dank des Engagements von Nicole Bogott, die den Salon in ihre Heimatgemeinde geholt hat.

Bogott ist Gründerin des Life-Management-Programms Philia, das in Städten wie Berlin, Paris oder Brüssel ähnlichen Austausch anbietet, allerdings eher für Neuankömmlinge und junge Berufstätige. In Meetups und digitalen Angeboten geht es um Orientierung, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. „Auch Philia richtet sich vor allem an Menschen, die an einem Wendepunkt stehen, sei es beim Berufseinstieg oder nach dem Umzug in eine neue Stadt. Beim Ostfrauen*Salon steht dagegen der gemeinsame Erfahrungshintergrund von Frauen aus Ostdeutschland im Vordergrund. Beide Formate verbindet die Überzeugung, dass wir durch Austausch und gegenseitige Unterstützung weiterkommen“, sagt Bogott.

Das erste Treffen in Wandlitz findet am Donnerstag, den 30. Oktober 2025 von 18 bis 22 Uhr in den Räumen des Herzenssache e.V. (Hauptstraße 38) statt. Der Verein ist in Wandlitz bekannt für sein Engagement für Frauen und Familien, unter anderem durch Nähaktionen für Sternchen und Frühchen. Die Teilnahme am Salon ist kostenlos, die Plätze sind jedoch begrenzt und heiß begehrt. Wer dabei sein möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden.

„Wir freuen uns auf einen intimen Abend, an dem wir gemeinsam erkunden, was es heißt, heute, 35 Jahre nach der Einheit,  als Ostfrau vernetzt und sichtbar zu sein“, sagt Grütering. Sollte das Format in Wandlitz gut ankommen, sind weitere Treffen in größerem Rahmen geplant. Anmeldelink: https://luma.com/g56l0i8t

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Quelle: Veranstalter
Event Details
  • Start Date
    30. Oktober 2025 18:00
  • End Date
    30. Oktober 2025 22:00
  • Location
  • Address
    Herzenssache e.V. (Hauptstraße 38)
Event Details
  • Start Date
    30. Oktober 2025 18:00
  • End Date
    30. Oktober 2025 22:00
  • Location
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    Herzenssache e.V. (Hauptstraße 38)